Lesung und Musik 06.09.2026 18:00 Uhr Kirche der Bücher Gewissenruh Juli Zeh: Corpus delicti "Wenn alle sagen, das Schöne als schön erkennen, schon ist das Häßliche da.", schrieb der chinesischen Weise Laotze im 6. Jh.v.Chr. Im Deutschland der Jahres 2057, das Juli Zeh in ihrem Buch entwirft, scheint alles gut geregelt, sauber und gesund. Aber die schöne Ordnung hat ihren Preis: die persönliche Freiheit. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Und irgendwie scheint das auch gut und richtig. Nur ganz allmählich treten die kleinen Schönheitsfehler dieser schönen, neuen Welt zutage, hinter der sich die hässliche Fratze eines absoluten Überwachungsstaats verbirgt. Juli Zeh ist eine der meistbeachtesten Schriftstellerinnen Deutschlands, aber auch Juristin und Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg und eine der Initiatorinnen der "Charta der Digitalen Grundrechte in der EU". Eintritt frei, Spende erbeten
Der gute Gedanke
Wochenspruch
13. S. n. Trinitatis Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. | Mt 25,40b Andacht lesen
12. S. n. Trinitatis Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. | Jes 42,3 Andacht lesen
Zünden Sie eine Kerze an und läuten Sie die Glocken zum Gebet:
Über unsere E-Mail-Formulare können Sie auch anonym an den Pfarrer/die Pfarrerin Ihrer Wahl Gebete schicken, die wir gerne für Sie in die Kirche tragen.
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. | Jes 42,3
In den letzten Tagen schon wieder die Meldung: Erdbeben in Kolumbien - zerbrochene Häuser - ausgelöschtes Leben. Und woanders - in Hamburg - ein altersmorsches Haus - akute Einsturzgefahr. Nur 10 Minuten für die Anwohner, das Wichtigste zusammenzuraffen. Wie soll man da nicht geknickt sein als Betroffener? Wie kann Jesaja ein solches Gottvertrauen haben, wenn doch rundum Zerstörung herrscht? Warum sollte man überhaupt noch Hoffnung haben, dass aus dem glimmenden Docht wieder richtiges Licht wird?
Der Ökologe Pierre Leonhard Ibisch hat mal gesagt: "Aus dem Prinzip Hoffnung wird das Prinzip Handeln werden." Genau darum geht es. Wir müssen handlungsfähig bleiben - das geht nur mit Hoffnung! Und - wer sich ein Fünkchen Hoffnung bewahrt, wird innerlich nicht zerbrechen, auch wenn außen alles zusammenstürzt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!