Weserbrücke bei Gieselwerder

Home / Übersicht
Aktuell
Termine
Kontakt
Impressum


Kirchengalerie
Info Religion
Info Kirche

Links


Gesamtverband
Kindergärten
Ev. Jugend


Aktuell
Jorinde und Joringel - Bilder vom Märchen-
gottesdienst »»

Aren-
born
Gewissen-
ruh
Gotts-
büren
Heise-
beck
Oedels-
heim
ArenbornBeberbeckGewissenruhGieselwerderGottsbürenGottstreuHeisebeckLippoldsbergOedelsheimVernawahlshausenKirchtürme der 10 Gemeinden im Ev. Gesamtverband
Beber-
beck
Giesel-
werder
Gotts-
treu
Lippolds-
berg
Verna-
wahlshsn

Brücke zum Nachbarn - Logo

Info-Service - Religion

Wende

Wenn Etwas Neues Dich Ergreift

Ich kenne einen ...Peter heißt er. Wie jeden Montag bis Freitag - immer dasselbe bei ihm. Peter kommt nach einem langen Schultag nach Hause. Wieder einmal 6 Stunden. Eine Klassenarbeit war dabei. Müde und abgekämpft, etwas genervt, schmeißt er die Tasche zu Hause auf den Stuhl und sich ins Sofa. Legt die Beine hoch, lässt den Kopf hängen und denkt gefrustet: "Was für ein Deutsch-Aufsatz. Das war wohl nichts. Schlecht vorbereitet.

Was würden sie nach der Rückgabe sagen?" Er sah sie schon vor sich. Ihm wurde warm, nicht ums Herz, eher aus Angstschweiß. Nein, keine rühmliche Arbeit, die er da vorbereitet hatte.

Peter Meerhof ist 46 Jahre alt, schütterndes Haar, von Beruf: Lehrer. Seit 15 Jahren Deutsch und Geschichte. Immer wieder hatte er die Aufgabenstellungen zu den Arbeiten am Abend zuvor gemacht. In Eile und Hektik. Immer hatte er sich gesagt, ich mache das mal anders. Nicht mehr so husch, husch. Sich besser vorbereiten. Besser formulieren, damit klarer ist, was er von seinen Schülern forderte.

Es war einfach nur noch müde. Wie ausgesaugt. Er schlief auf dem Sofa ein. Es war ihm wie ein Traum, als wäre er an einem anderen Ort. Völlig entrückt. Hell war es plötzlich. Lichtdurchflutete Helligkeit. Eine Sonne, die so klar war, dass man in sie hineinsehen konnte, ohne geblendet zu sein. Mit einem Mal war ihm als ginge eine neue Welt auf. Als hätte sich eine Idee fest gebrannt. Er wurde wach. Hellwach. Sprang auf. Die Müdigkeit weggeweht. Er hätte nicht sagen können wo er war. Aber es war etwas anders geworden.

Wenn etwas Neues Dich ergreift, eine Wende dein Leben umkrempelt. Wenn Du in den schwachen Momenten Deines Lebens, erfährst, dass Gott Dir nahe kommt. Dass Du wie in einen Traum fällst, etwas Neues siehst und weiß: etwas ist geschehen mit mir. Einen ersten Blick gewagt ins Paradies. Eine Wende im Leben ist so ein Blick.

Neben dem Kreuz Jesu Christi gab es diesen Mann, ein Verbrecher, Mörder, Dieb und was weiß ich was. Und dieser sah Christus an und sprach: Du hast nichts Unrechtes getan. Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: "Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein."

Wenn etwas Neues Dich ergreift, dann füllt sich dein Leben mit neuer Stärke, neuer Energie. Eine neue Idee: Eine reicht!

Am nächsten Morgen ging Peter Meerhof, Lehrer für Deutsch und Geschichte in die Schule. Die Deutscharbeitshefte unter Arm. Die Schultür schwang noch in sich, als er vor der Tür zum Klassenzimmer stand. Er zögerte. Dann öffnete er langsam die Tür und betrat seine Klasse. Über 30 Augen schauten ihn an. Alles war erschreckend still. So anders. Noch nie waren sie still gewesen, wenn er den Raum betrat. Er knallte dann den Stapel mit den Arbeiten auf den Lehrertisch. Das half meistens. Es war so still.

Fast liebevoll legt er die Hefte hin. Blieb stehen. Wartete. Und schaute. Hier ist etwas anders geworden. Doch noch keiner wusste was. Gut hatte er sich überlegt, was er sagte und er fing zu sprechen an:

"Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe oft die Aufgaben für Eure Arbeiten zu wenig vorbereitet. Nicht gut, nicht klar genug formuliert. Auch darum sind Eure Arbeiten schlecht ausgefallen."

Es war still im ganzen Raum.

Ich bin schwach gewesen, müde und leer. Dann habe ich etwas gesehen. Ich kann gar nicht sagen was. Wie ein neuer Ort, wie eine Quelle unerschöpflicher Kraft. Paradies. Eine Gotteserfahrung.

Herr Meerhof stellte eine neue Aufgabe für den Aufsatz. Eine, die er am Nachmittag zuvor in Ruhe formuliert hatte. Die alte war vergessen, siehe etwas Neues war geworden. Der Aufsatz fiel besser aus, als jeder zuvor. Die Stimmung änderte sich - in der ganzen Klasse. In seinem Leben.

In seiner Schwäche entstand Stärke. Als er leer wurde, konnte er den Blick ins Paradies werfen. Als er seine Schuld sah, da sah er zugleich, dass es einen Weg gibt, der daraus führt.

Wieder zu Hause warf die Tasche aufs Sofa und sich hinterher. Er schloss die Augen und sah vor sich noch einmal diesen Ort. Sollte er sich jetzt auf die Schulter klopfen? Kaum. Doch er merkte, wie jemand seinen Arm nahm, ihn langsam hoch hob und ihm half, sich selber auf die Schulter zu klopfen. Da wusste er, was es heißt an Gott zu glauben. Und er hörte eine Stimme:

Du hast deine Schwäche gesehen,
bist zu mir gekommen,
hast Neues entdeckt,
am Kreuz vom Paradies gehört,
in der Schwäche liegt wahre Stärke,
meine Gnade hat dir gereicht,
darum ist meine Kraft in den Schwachen mächtig.
Darum helfe ich dir, dich zu loben und Dir selber auf die Schulter zu klopfen.
Denn so wirst Du mich und die Menschen loben,
die Kinder dieser Welt und die Schwachen ehren.

Text: Lars Hillebold, Oedelsheim

[ Info-Service - Religion - Archiv ]