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Info-Service - Religion

Urlaub - Haben Sie sich den verdient?

Ich rechne es Ihnen mal vor:
Das durchschnittliche Jahr hat bekanntlich 365 Tage.
Davon schlafen Sie täglich etwa 8 Stunden, das sind 122 Tage - bleiben noch 243 Tage.
Täglich haben Sie 8 Stunden frei, das sind ebenfalls 122 Tage - also noch 121.
Sonntags wird nicht gearbeitet, 52 mal im Jahr. Was bleibt übrig! 69 Tage.
Samstagnachmittag wird auch nicht gearbeitet,
das sind nochmals 52 halbe oder 26 ganze Tage.
Es bleiben noch 43 Tage.
Sie haben täglich 2 Stunden Pause, also insgesamt 30 Tage.
Was bleibt in der Rechnung?
Nur ein Rest von 13 Tagen!
Das Jahr hat 12 kirchliche Feiertage - und da bleibt...?!
Sage und schreibe 1 Tag!!!
Und das ist der 1. Mai - an dem wird auch nichts getan!
Und da wollen Sie noch Urlaub???

Belohnt werden für alles was wir tun? Belohnt werden für unsere guten Taten! Das haben wir uns auch verdient. Und was ist mit den schlechten?

Ist er ein gnädiger Gott, der über alles, was wir Menschen in Hass und Zorn an Menschen und Dingen vernichten, hinwegsieht? Ist das ein guter und gerechter Gott, der immer sagt: Schwamm drüber, wird schon wieder, alles wird gut.

Was also bleibt?

Oder bleibt ein gerechter Gott, der gute und schlechte Taten in seinem Tagebuch notiert hat und am Schluss Leben bilanziert? Ist Gott der Reiseveranstalter zum jüngsten Gericht mit dem Slogan: "Du hast es dir verdient! Die guten ins Töpfchen, die bösen ins Kröpfchen."

Ich habe die Vermutung, dass die Lebensrechnung eine sein könnte, die zu unseren Ungunsten ausgeht. Eine Rechnung, bei der am Schluss herauskommt: Urlaub - auch nur einen Tag - hast du dir nicht verdient.

Was also bleibt?

Eine Hoffnung. Eine begründete Hoffnung. Ich hoffe, dass Gott einen schwarzen Stift in der Hand hat. Ich hoffe, dass er aus den roten schwarze Zahlen macht. Ich hoffe, dass er meine Sünde nicht aufrechnet. Ich hoffe, dass er mir meine Fehler, meinen Hass, meine Gewalt, meine Mitschuld an der Ungerechtigkeit in dieser Welt vergibt.

Ich hoffe, weil er dafür einen Grund gegeben hat und immer wieder gibt. Ich hoffe darauf, dass meine und deine Sünde nicht für immer und ewig bleibt, sondern Gott sie zum Guten verwandelt. Ich hoffe, dass mein und dein Name in seinem Tagebuch steht - in schwarzen Buchstaben.

Text: Lars Hillebold, Oedelsheim

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