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Luca Giordano - Dream of Solomon c. 1693 - Museo del Prado, Madrid
Luca Giordano - Dream of Solomon c. 1693 - Museo del Prado, Madrid

"Träumer"

"Träumer!" haben meine Lehrer selten als Kompliment gemeint. Welt- oder besser schulvergessen schaute ich umher; vergaß, was der dort vorne als wichtig präsentierte. Meine Gedanken flogen erst langsam, fast mühsam im Klassenzimmer umher. Dann blieben sie am Fensterrahmen hängen. Sie schauten noch mal zurück auf den Raum und den Lehrer so als wollten sie sagen: "Wir gehen dann mal …" Es öffneten sich die Fensterflügel und meine Gedanken zogen ins Freie. Manchmal konnte ich ihnen kaum folgen, so schnell waren sie woanders.

Dann gab es zwei Möglichkeiten wach zu werden: eine schöne und eine andere. Die Letztere geschah meistens.

Der Lehrer, das personifizierte Ende meiner tagträumenden Ausflüge, machte mir klar, wo - wie er so schön sagte - die Musik spielt. So so. Die Musik … vorbei mit dem Träumen! Das schlimmste war noch nicht mal, dass ich ertappt wurde. Viel schlimmer war, dass meine Gedanken - irgendwo draußen auf der Reise - nicht zurückkommen konnten. So als hätte einer das Fenster zugemacht und ein Schild daran befestigt: "Ihr müsst draußen bleiben!"

Es gab Stunden, da wurde die schöne Möglichkeit Wirklichkeit. Die tagträumenden Gedanken kamen ins Klassenzimmer zurück. Leise durch das geöffnete Fenster, hielten sie Ausschau nach mir und sahen meinen Kopf, dessen Kinn auf den beiden Handballen gelegt zur Tafel schaute.

Inzwischen hatte ich mir einen Blick zugelegt, der volle Konzentration bei völliger geistiger Abwesenheit vermitteln sollte. - Da waren sie wieder: Meine Gedanken. Tagträume zurückgekehrt von ihrer Reise und brachten neue Ideen mit. Dinge, die ich noch nie gedacht hatte. Ich bekam, worum ich nicht gebeten hatte.

Irgendwann, ich weiß nicht mehr wann, wo und wie verlor ich dieses kindliche Träumen. Ich war jung, wusste nicht aus noch ein, wurde älter und habe dieses Träumen vergessen. Und heute: Ich wünsche es mir zurück, zu träumen, wie Salomo es konnte.

Ein Bund - zu Gottes Bedingungen:
Der gibt, worum du nicht gebeten hast.
Fordert: Bitte, was ich dir geben soll.
Dem es gefällt, wenn er gebeten wird.
Ein Gespräch, von anderen nicht gesehen.
Gott und Du - ein Traumgespräch.
Eine einzigartige sprachliche Verbindung.
Träumer sind Gottes geliebte Kinder.

siehe auch: Salomos Gebet um Weisheit 1.Kön 3,1-15

Text: Lars Hillebold, Oedelsheim

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