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Info-Service - Religion

Von roten Schuhen und erleuchteten Augen

"Schatz, ich muss mal wieder shoppen gehen. Bummeln!", sagt sie.
"Am Schaufenster mit Schuhen stehen bleiben", denkt er.
"Nein, Schatz, ich will nichts kaufen, nur mal schauen", sagt sie, als hätte sie seine Gedanken gehört.

Während ihr Mann die Augen rollt, heften ihre sich auf diese schönen Schuhen. Ihre ersten Gedanken: "Schönes rot. Passt gut zum Kleid. Gut, ich muss das Kleid noch kaufen, aber sie passen. Der Absatz, nicht zu hoch, nicht zu klein. Schöner Schuh, nicht zu auffällig, aber doch chic." Der bekannte Satz ertönt: "Komm, wir gehen mal rein."

Er sieht das Glitzern in ihren Augen und weiß schon was kommen wird. Doch kaum betritt er die Tür kommt diese junge, nette Frau auf ihn zu, bietet ihm einen Espresso an und berichtet ausschweifend von dem einmaligen Glücksspiel, das heute angeboten wird und diesem netten, kleinen Sportwagen.

Seine Augen fangen an zu leuchten. Da gibt es manchen Traum seit Jugendtagen: einfach mal wild durch die Gegend fahren. Rot müssen nicht nur Schuhe sein, sondern auch gewisse Sportwagen. Sinnlos Gas geben, offenes Verdeck, purer Geschwindigkeitsrausch.

Vermutlich sind Männer und Frauen wirklich verschieden.
Doch leuchtende Augen haben sie alle.

Sie waren aus dem Schuhgeschäft wieder draußen. Sie war stolz. Die Tüten voll. Der gleichfarbige Sportwagen jedoch passte nicht in die Tüte. Nun ja, er hatte ihn auch nicht gewonnen. Doch zumindest Sportschuhe, die hatte er sich mitgenommen. Und sie gingen ihren Weg, kamen nach Hause, sahen sich an, mit leuchtenden Augen und lachten.

Leuchtende Augen vor Liebe zu einander und der Freude am gemeinsamen Weg, vorbei an den Schaufenstern. Hinter den roten Schuhen ein Leben, das in Ordnung kommt, weil erleuchtete Augen einander sehen.

Text: Lars Hillebold, Oedelsheim

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