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Der Geschmack von Ostern

Zwei haben Ostern schon geschmeckt. Zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Zweisam gehen sie einen einsamen Weg und ich höre ihre Worte:

Nur weg von Jerusalem, hinfort von dem Ort, an dem uns alles an ihn erinnert. Raus aus dem Trübsal von Karfreitag, weg von Jerusalem, wo die Hoffnung begann. Da, wo vor ein paar Tagen sein Königreich mit Palmen begrüßt wurde, ist heute die Hoffnungslosigkeit mit Dornen gekrönt.
Wie kurz war die Zeit mit ihm und wie tief war unsere Hoffnung auf ein neues Reich - auf Gottes Reich. "Dies ist mitten unter Euch", hatte er uns doch zugesagt. Drei Jahre sind wir mit ihm durch das sandige Land Galiläa gezogen. "Ich werde nicht sterben, sondern leben", hören wir noch. Eher das Gegenteil ist doch eingetroffen. Und was ist uns nach seinem Tod geblieben. Wenn er schon nicht bleibt, was bleibt uns? Nichts - nichts als Fragen.

Jüngern zerrinnt die Weisheit in den Händen. Wie der Sand am Meer, wie der Sand auf dem Weg nach Emmaus durch die Hände zerrinnt. Wie gewonnen, so zerronnen. Nichts mehr hält; nichts mehr hält die Jünger so richtig am Leben. Wenigstens gut, dass sie zu zweit sind könnten wir sagen. Gut, dass da ein Freund mitgeht und keiner allein ist.

Ja, sie sind zu zweit, zweisam. Aber zweisam ist noch nicht gemeinsam. Sie bleiben im Sand ihrer eigenen Fragen stecken. Sie leben in ihren Erinnerungen, erzählen sich die Geschichten, die einmal waren. Ihre Augen von Tränen zerweint und ihr Blick getrübt. Sie sehen einen bekannten Mann, aber erkennen ihn nicht.

Da naht sich Jesus und geht mit ihnen. Er fragt sie, fast wie ein Kind: "Was ist denn los mit Euch? Was ist passiert?" Endlich können sie jemanden erzählen, der scheinbar nicht den Hauch einer Ahnung hat und nicht mit Ratschlägen das Erzählen erschlägt.

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, zerbrach's und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, sie erkannten ihn. Und er verschwand.

Ein Stück des Brotes in den Händen halten. Ostern schmeckt. Der Geschmack von Ostern erinnert an schwere Wege, die wir vermeintlich alleine gehen. Der Geschmack von Ostern ist nicht einfach süß und lieblich, auch mal bitter. Er erinnert an den Tod, auch an unsern.

Der Geschmack von Ostern: manchmal schmecken wir nichts, weil wir glauben wollen und doch nicht können.

Der Geschmack von Ostern ist eine Verheißung: guter Geschmack, der tröstet die zerbrochenen Herzens sind und den Einsamen Gemeinschaft schmackhaft macht.

Ostern schmeckt nach Auferstehung.

Text: Lars Hillebold, Oedelsheim

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